Chindi Mollis

Wir haben es alle selbst erlebt - den Kindergarten. Ein Gebäude, das wir intensiv benutzt und erlebt haben. Vielschichtig sind die Erinnerungen, oft nur verschleiert, manchmal präzise bis ins Detail. Eine Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung als Kind ist Pflicht.

.... Kinder sind anspruchsvolle Kunden ....

Wir haben die Elemente des Grundstücks und der Landschaft studiert und  unsere Erfahrungen eingebracht. Wir haben uns für einen Holzbau entschieden und dabei ein Modulsystem gewählt, das auf die spezifische Aufgabe Kindergarten hin bereits Erfahrungen mitbringt und optimiert werden kann. Der Kindergarten ist in der Region gewachsen.


Baukonzept

Das Gebäude entwickelt sich in der Horizontale entlang dem Bachlauf. Der Baukörper ist flach und zeigt sich in einfachen Volumen. Die Haupträume sind etwas erhöht und somit ablesbar. Sie sind gegenüber dem Gelände leicht abgehoben. Über das breite, vorgelagerte Deck dehnen sie sich in die Landschaft aus.

Die Raumprogramm ist in Zonen aufgeteilt. Das Rückgrat bildet die durch das gesamte Gebäude laufende Erschliessungszone, welche auch als Energiepuffer dient. Daran aufgereiht sind die eigentlichen Kindergartenräume. Die als unabhängige, in sich funktionierende Einheiten konzipiert wurden. Die Unterrichtsräume sind bezüglich ihrer Funktion aber auch räumlich offen. Die grossen Fensterfronten geben Weite und beziehen den Aussenraum mit ein. Zwischen Gang und Hauptraum liegen die Nebenräume: Garderobe, Geräteraum und WC. Die intimen Räume - Bau- und Puppenecke - lassen sich mit Stellwänden in der seitlichen Zone flexibel einrichten. Je zwei Kindergärten können über diese Seitenzonen mittels Schiebewand verbunden werden. Die allgemeinen Räume bilden die Eingangszone, davor der gemeinsame, überdachte Aussenraum.


Umgebungskonzept


Beim Grundstück handelt es sich um eine grosszügige, langgezogene Wiese zwischen Bach und Strasse. Die durch Lage und Topographie definierte Wirkung soll erhalten bleiben.

Die Hauptelemente unserer Umgebungsgestaltung sind der Bach mit Brücke, das Biotop, die Wiesenfläche und die abschliessende "Bergkette". Durch eine Aufschüttung entlang der Strasse wird die Wiese, ähnlich dem Tal durch die umliegenden Berge, natürlich abgeschlossen und optisch von der Strasse getrennt. Der Geräteschopf ist als Abschluss darin integriert. Der einladende Eingangsbereich ist zugleich Spielfläche. Über den gedeckten Vorplatz geht der Aussenraum fliessend in den Innenraum, die Eingangshalle über.

Der Hauptzugang für die Kinder erfolgt über eine kleine Brücke, welche das Schulareal mit dem Kindergarten verbindet. Hier bleibt das natürliche Ufer bestimmend und die Natur kann sich entfalten. Der Verbindungsweg ist mit rohen Natursteinplatten frei verlegt.

Der erhöhte Hofplatz auf der Eingangsseite ist mit grossformatigen Platten belegt. Er ist zugleich Bühne und Spielplatz. Die Parkplatz- und Verkehrsflächen, leicht abgesetzt, sind auf die Strasse ausgerichtet. Eine kleine Baumreihe trennt die Bereiche.

Die Verbindung zwischen den beiden Bereichen "vorne und hinten" verläuft scheinbar zufällig entlang der "Berge". An ihm befinden sich die elementaren Spielbereiche Sandhaufen und Wasserstelle. Die übrigen Elemente sind situationsbedingt aufgestellt: Schaukel, Boote, Weidenhäuser, Sitzplätze.

Die Kinder nehmen von der Strasse her den Wall und als höchsten Punkt den "Berg" über dem Geräteraum wahr. Darauf steht ein kleiner Holzturm mit der Rutsche hinunter zur Wiesenfläche.

Roman Zahner    
Anna Hoffmann
In Zusammenarbeit mit: ritschardarchitekten.ch